Im nördlichen Querschiff steht heute das spätgotische Stiftergrab des Klosterstifters Volkmar und seiner Frau Helena.
Volkmar de Goslaria war kaiserlicher Vogt und seine Amtszeit ist von 1173 bis 1191 belegt (1). Auf seinem Grundbesitz, direkt vor dem Rosentor gelegen, begründete er mit seiner Frau Gemahlin die Stiftung Neuwerk. Damit diente dieser Bereich auch als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung (2).
Im Jahre 1186 wurde auf diesem Grund mit Erlaubnis des Bischofs Adelog aus Hildesheim ein "Oratorium" mit dem ersten Altar zu Ehren Marias errichtet und geweiht (3).
Ursprünglich stand das Grab, mit einer romanischen Grabplatte versehen, in der Mitte der Vierung und war als Relief in den Boden eingelassen. Erst Ende des 15. Jahrh. wurde es als Hochgrab (Tumba) umgestaltet (4). Hierbei erhielt das Relief einen Rand mit einer Umschrift, in der die fälschlich bezeugte Familienbezeichnung "von Wildenstein" auftauchte.
Die Umschrift lautet: consepulti: sut hic strenuus miles – dns volcmar´de wildensteyn – et helea – uxor eius fundatores et donatores hui´monasteriy qui floruert circa annos (…) III M CC quor´aie resquiscat in pace. ( Hier sind der tapfere Ritter Herr Volkmar von Wildenstein, und seine Gemahlin Helena, die Gründer und Stifter dieses Klosters, begraben, die geblüht haben etwa (…) Jahre 1200, deren Seelen in Frieden ruhen mögen (5).Dieser fälschliche Name „von Wildenstein“ dürfte eine Zutat des Restaurators, bzw. Kopisten des Grabsteins im 15. Jahrhundert sein, denn so nannte sich nur eine kurze Zeit ein Angehöriger der Familie. Es war Burchard, der Sohn des Vogtes Giselbert de Goslaria. Von 1256 – 58 erscheint er noch unter dem Namen „de Goslaria“. In den Urkunden von 1261 bis zu seinem Tode 1312 nennt er sich dann „ de Wildenstein, Ritter von Gottes Gnaden“, nach einer winzigen Burg im Okertal, die 1261 erstmals erwähnt, bereits 1288 auf Betreiben der Stadt Goslar von ihm wieder eingerissen werden musste (6).
Erst im Jahre 1965 wurde dieses spätgotische Hochgrab aus der Mitte der Vierung in das nördliche Querschiff versetzt. Dabei stellte man fest, dass die Grablege bereits im Mittelalter ausgeräumt worden war (7).
Ein Beitrag von Ute und Stefan Roblick